Was ich noch zu sagen hätte

Hier stelle ich ältere Gedichte von mir vor, die ich vor einigen Jahren geschrieben habe

 

 

Das Leid der Tiere

Anmerkung zur Fleischgewinnung


Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“

doch ich muss mir eingestehn,

wenn ich so seh,

wie man´s beschafft

kann mir die Lust darauf vergehn.


Man quält Gänse ohne Grund,

nimmt ihnen jeden Lebensraum.

Stopft ihnen Futter in den Schlund,

sie können es nicht mal verdaun.

So wird die Leber krank und fett-

für Gourmets ein Leckerbissen.

Man isst sie nur

weil´s teuer ist,

das finde ich ganz schön beschissen!


Und Rinderwahn und Schweinepest

die geben mir den letzten Rest!

So fragt man sich dann irgendwann,

was man an Fleisch noch essen kann.


Sagt mir, warum muss es denn sein

daß man Tiere sinnlos quält?

Der Mensch ist hier das größte Schwein,

dem Achtung vor dem Leben fehlt-

denn alles geht nur noch ums Geld!


Ilse Simonides

17.2.1998


Faschingstreiben


Nun heißt es wieder:

Hoch die Tassen!“

Der Fasching zieht ins Land.

Alle feiern,

singen Lieder

und sind außer Rand und Band.


Und so manches wird versprochen

bei der wilden Sauferei.

Herzen werden oft gebrochen,

manche Ehe bricht entzwei.


Ja, es sind die tollen Tage,

alle wollen lustig sein

uns so manche brave Hausfrau

lässt sich auf ´nen Quickie ein.

Und am Aschermittwoch dann

fängt der Katzenjammer an.

Träume wurden selten wahr

und so hofft man aufs nächste Jahr...


Ilse Simonides

21.2.1998


Verrückte Welt


Die Weihnachtsmänner stehen noch

als Restbestand in den Regalen,

schon wird für Ostern dekoriert...

Ich seh überall Osterhasen

und frage mich

was hier passiert.


Im Januar an Ostern denken,

das behagt mir nicht so recht.

Es gibt sogar schon Ostereier!

Wenn ich das seh,

wird mir echt schlecht!


Was denken sie sich nur dabei?

Wer kauft das Zeug um diese Zeit?

Ein Kindertraum bricht hier entzwei

im Sinne der Geschäftigkeit.


Ich mag zwar diese Dinge sehr,

doch bitte nicht im Januar!

Das reicht doch auch noch Anfang März,

dann finde ich´s ganz wunderbar.

Doch leider zählt nur der Kommerz!


Ilse Simonides

12.1.99


Kleine Fluchten


Stress und Hektik überall,

Ängste bilden tiefe Schluchten.

Alles wird mir heut zur Qual-

da helfen nur noch kleine Fluchten...


Sind meine Nerven am zerfetzen

und ich merk,

dass nichts mehr geht,

lass mich wieder mal verletzen,

denk, dass keiner mich versteht,

dann schalt ich eine Weile ab!

Träum mich in eine bess´re Welt

Lass einfach meine Seele baumeln,

das hilft

und kostet gar kein Geld!


Ilse Simonides

16.1.1999


Mein Leben in Gedichten


Zu diesem und jenem mach ich mir Gedanken,

manchmal sind sie richtig,

manchmal leider nicht.

Manchmal kommen meine Prinzipien ins Wanken,

meist dann,

wenn mein Herz den Verstand besticht.


Oft kommen sie nachts,

ich bin machtlos dagegen,

Warum grade jetzt?

Denke ich bei mir,

haben sie sich erst mal im Kopf festgetreten


werd ich sie nur los

durch ein Stück Papier.


Hier banne ich große und kleine Gefühle,

in Reimen und Versen

wie mir´s grad gefällt

und willst Du etwas über mich erfahren

DANN LIES SIE

denn darin steht alles was zählt.


Ilse Simonides

17.1.1999



Migräne


Es beginnt langsam...

Kriecht Dir über die Nackenmuskulatur direkt ins Hirn, wo sie mit eisiger Hand zupackt und nicht mehr los lässt.

MIGRÄNE!

Du kannst nicht mehr essen, nicht schlafen, betest nur noch, dass es endlich aufhört.

Stopfst Tabletten in dich hinein in der Hoffnung, diesen Schraubstock am Kopf weg zu sprengen, wieder klar denken zu können.

Doch alles hilft nichts, dieser Schmerz hört nicht auf und frisst sich in dir fest.

Er hat dich in seinen Krallen und drückt zu.

Unbarmherzig, gnadenlos.

Nach ein bis zwei Tagen wird es besser, erträglicher.

Dann, wie von Zauberhand, ist sie verschwunden.

Einfach so.

Das Martyrium der letzten Tage ist vergessen.

Du kannst wieder aufatmen.

Nur die Angst bleibt...

Wann geht es wohl wieder los?


Ilse Simonides

24.1.1999


Genmanipulation

Fluch oder Segen?


Sie wirkt wie aus einem Horrorfilm.

Eine nackte Maus, der ein menschliches Ohr auf den Rücken verpflanzt wurde.

Ein kleines, wissenschaftliches Monster.

Heute ist fast alles möglich.

Das Zauberwort:

GENMANIPULATION

Ob geklonte Schafe, Genmais, fäulnisfreie Tomaten oder Kinder nach Maß auf Bestellung...

Kein Problem!

WIR SPIELEN GOTT.

Im Gespräch sind menschliche Klone als lebendige Ersatzteillager. Nur da, um uns mit Organen zu versorgen, falls wir welche brauchen.

Ein perverser Gedanke.

Aber machbar.

Vermutlich versteht man diese Gedankengänge erst, wenn man selbst ein Organ benötigt. Trotzdem macht mir das Ganze Angst.

Vielleicht werden irgendwann spezielle Menschen für spezielle Aufgaben gezüchtet.

Ohne weitere Lebensberechtigung...

Behinderte wird es nicht mehr geben, jeder Makel wird ausgemerzt.

Das Leben unserer Nachfahren liegt in den Händen der Wissenschaftler.

Leben aus dem Reagenzglas.

Kein beruhigender Gedanke...


Ilse Simonides

9.2.1999


Tierversuche-

hilfreiche Folter?


Wir alle mögen Kuscheltiere.

Ob Hunde, Katzen, Hasen, Meerschweinchen oder Affen. Sie wecken den Beschützerinstinkt in uns. Liebenswerte Geschöpfe, die zum Streicheln verführen.

Sie sind Balsam für die Seele, helfen Krankheiten heilen.

Und ja so nützlich!

Besonders die Wissenschaft zeigt reges Interesse an ihnen.

In unser aller Namen werden sie langsam zu Tode gequält.

Kaninchen werden die Augen verätzt, Hunden das Rückgrat gebrochen. Affen pflanzt man Sonden ins Hirn...

Sie werden drogenabhängig gemacht und grausam gefoltert, bis der Tod sie endlich aus ihrer Qual erlöst.

Niemand hört ihre Schreie.

Ob Kosmetika oder Medikamente, alles wird an ihnen getestet, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich fühle mich beschämt, wenn ich die Bilder dieser geschundenen Kreaturen sehe, würde gerne helfen.

Aber wie?

Wir können nicht darauf verzichten. Niemand will seinem Baby durch Shampoo die Augen verätzen. Wir alle hoffen auf bessere Medikamente.

Dafür opfern wir Tiere.

Doch das schlechte Gewissen bleibt zurück...


Ilse Simonides

10.2.1999

 


Herz contra Verstand


Wie einfach wäre doch das Leben

lebte man nach dem Verstand.

Ärger würde es nicht geben,

Sorgen wären unbekannt.


Wären da nicht die Gefühle!

Liebe, Hass und Eifersucht.

Glück und Leid,

Freude und Schmerzen,

haben sie für sich verbucht.


Und doch,

trotz all der Schwierigkeiten

wollen wir sie niemals missen.

Sie können soviel Glück bereiten,

fühlt man sich auch oft beschissen.


Ilse Simonides

14.2.1999


Wenn ich etwas zu sagen hätte...


gäb es weder Stress noch Streit.

Statt dessen Mitgefühl und Wärme,

Harmonie und Menschlichkeit.


Wenn ich etwas zu sagen hätte,

lehrte ich Barmherzigkeit.

Machte Schluss mir Arroganz

und korrupter Obrigkeit.


Ilse Simonides

17.2.1999


Lift me up!

Anmerkungen zum Körperkult


Schmollmund und ein großer Busen,

da werden die Männer schwach

und ist man zu kurz gekommen

hilft der Doktor ganz schnell nach!


Lippen werden unterspritzt,

alte Haut wird weggeschnitten,

falls das Lifting dann nicht sitzt,

hat man halt umsonst gelitten.


Ist der Busen dir zu klein,

kein Problem, dann kommen eben

Silikoneinlagen rein

und schon fängt er an zu beben.


Und geht’s schief,

na ja, was soll´s,

legt man sich wieder unters Messer

und hofft auf den neuen Arzt

der macht sicher alles besser!


Normal“ ist leider nicht mehr in,

man spritzt Botox, ist geliftet,

doch was macht das für einen Sinn,

wenn der Körper sich vergiftet?


Ilse Simonides


Lebensfreude


Komm, wir lassen uns heut treiben,

nichts wie raus in die Natur.

Warum denn zu Hause bleiben?

Das ist Lebensfreude pur.


In des Waldes sanfter Stille

lebt man wieder richtig auf.

Kein Gehetze, kein Gebrülle,

nur ein Bach nimmt seinen Lauf.


Laß mit mir die Seele baumeln,

bis Du wieder glücklich bist.

Wir dreh´n uns,

bis wir lachend taumeln,

ach, wie hab ich das vermißt!


Ilse Simonides

12.3.1998


Diana

Anmerkungen zu einer ungewöhnlichen Frau


Du hast mich nie interessiert,

trotzdem hat mich die Tod berührt.

Vor allem, wenn ich heute sehe,

was seitdem mit Dir passiert.


Da wird dein Image ausgeschlachtet,

mit deinem Namen Geld gemacht,

dein Grab als Kultstätte betrachtet,

das hättest Du wohl nie gedacht.


Du warst ein Vorbild für die Menge,

durch deinen Mut und Charme.

Tauchtest Du auf,

gab es Gedränge,

schlugst Brücken zwischen reich und arm.


Ich hoff, Du findest deinen Frieden-

auf Erden war er dir verwehrt!

Die „Queen of Hearts“

bist Du geblieben

und hast sie Mitgefühl gelehrt.


Ilse Simonides

16.3.1998


Liebe


Kannst Du mir sagen was Liebe ist?

Dieses unbeschreibliche Gefühl,

die Leichtigkeit des Seins.

Schmetterlinge im Bauch und im Herzen.

So sehr Du dich wehrst,

Du kommst nicht dagegen an.

Der Verstand versagt,

wenn das Herz triumphiert.

Egal ob reich oder arm,

dick oder dünn,

jung oder alt,

Mann oder Frau.

Liebe fragt nicht.

Sie überwältigt, fasziniert,

verwirrt

und gibt niemals auf...


Ilse Simonides

18.3.1998